SaxerAlm

 

Die Alm

Die Saxeralm liegt hoch über dem Bergdorf Madau in der Nähe von Bach im Lechtal. Die idyllische Lage inmitten der Bergwelt der Lechtaler Alpen und die herrliche Aussicht zeichnen diese Alm aus. Nicht umsonst ist die Saxeralm ein Geheimtipp für ruhesuchende Wanderer und Bergsteiger. Seit dem Sommer 2015 verläuft entlang dieses Weges der Anna Stainer-Knittel Gedenkweg. Die Wanderung von den Eckhöfen über das Alperschontal auf die Saxeralm ist als Rundtour möglich und die gesamte Gehzeit beträgt etwa 5 Stunden, den Zustieg aus Bach nicht mitgerechnet.

Die Saxeralm liegt auf 1865 m unterhalb der imposanten Saxerspitze in den Lechtaler Alpen. Die Alm ist trotz der ausgezeichneten Aussicht nur sehr wenig besucht. Unterhalb der Saxeralm ist eine sehr steile Felswand, welche der Handlungsort der bekannten Geierwally-Geschichte ist. Der Aufstieg zur Saxeralm kann über das Parseiertal oder über das Alperschontal erfolgen.

 

Der Weg

Schwierigkeit:

Der Weg vom Hinteren Alperschon zur Saxeralm und hinunter zum Seele wird laut dem Tiroler Bergwegekonzept als rot eingestuft, daher ist gutes Schuhwerk, alpine Ausrüstung (Wetterschutz, Verpflegung, Wanderkarte) notwendig. Der Weg führt bis auf eine Höhe knapp unter 2.000 m, wobei es zu beachten gilt, dass der Handyempfang sowie die Einkehrmöglichkeiten eingeschränkt sind:
  • Madau von Ende Mai bis Ende September bewirtschaftet
  • Saxeralm aktuell unbewirtschaftet
  • Wegzeiten:

  • Aufstieg: Alperschoner Brücke bis Saxeralm 3 h
  • Abstieg: Saxeralm hinunter zur Seelealm 1,5 h
  • Anna Stainer-Knittel Weg | Stationen

    1. Station: Bach im Lechtal
    2. Station: Eckhöfe
    3. Station: vorderes Alperschon
    4. Station: hinteres Alperschon nach Abzweigung Saxeralm
    5. Station: Schaferhütte
    6. Station: Saxeralm
    7. Station: Wetterhäusl auf den Almböden
    8. Station: Seelealm im Parseiertal
    9. Station: Bergdorf Madau

    Karte

    Ausgangspunkt der Wanderung ist der Dorfplatz von Bach im Lechtal mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Der Fußweg verläuft auf der teilweise asphaltierten, einspurigen Straße in Richtung Madau, der Taxistand ist ebenso an dieser Stelle. Die meisten werden mit dem Taxi bis zur Alperschoner Brücke fahren, da der 6,5 km lange Weg in Richtung Madau zeitaufwändig ist. Nach der Alperschoner Brücke zweigt der Forstweg (Wegnr. 635) vom Madauerweg rechts ab. Wir wandern auf diesem durch die heute noch teilweise gemähten Wiesen der Eckhöfe. Nun geht es entlang des rauschenden Alperschonerbachs in das gleichnamige Tal. Der dichte Bergwald verleiht uns wohltuenden Schatten. Nach ca. 1,5 h erreichen wir die Abzweigung des Fußweges Richtung Saxeralm. Nun führt der Weg in Serpentinen durch alten Waldbestand, Lawinentobel querend Richtung Schaferhütte. Von hier aus hat man einen unvergleichlichen Ausblick zu den Südhängen des Alperschontals, zu den bedrohlichen Felsabstürzen der Freispitze und des Dreischartlekopfs.

    Die Wanderung verläuft durch grüne Matten, zwischen Alpenrosensträuchern, vereinzelten Zirben und Lärchen, die seit Jahrhunderten Wind und Wetter standhalten. Der nun folgende Wegabschnitt wird auf Grund seiner Flora und der unbeschreiblichen Ausblicke jeden und jede in seinen Bann ziehen. Der Weg führt in leichtem Auf und Ab über die Almweiden des Hinteren- und Vorderen Appenzells durch einige Lawinentäler (Vorsicht im Frühsommer!) hin zur Saxeralm. Bei der Hütte weitet sich der Blick hinaus ins Lechtal, zu den Allgäuer Alpen, hinüber zu den Bergen des Madau und Röttals und ins Parseiertal. Spätestens bei der Almhütte wird allen bewusst, warum Anna StainerKnittel so gerne hier ihre Zeit verbrachte.

    Der Weiterweg hinunter zum Seele führt in Kehren abwärts, vorerst über Almböden, dann durch Fichtenwald, entlang einer Felswand, zwischen Erlensträuchern zum Fahrweg ins Parseiertal an der zerfallenen Seelealm. Der kurze Fußweg nach Madau lohnt sich (Wegnr. 632), wo im Berggasthaus Hermine eingekehrt werden kann. Von dort blicken wir hinauf in die Saxerwand, in der Anna einst zweimal den Adlerhorst ausgenommen hat. Müde, doch von unbeschreiblichen Eindrücken erfüllt, genießen wir die Taxifahrt hinunter in´s Lechtal zurück zum Ausgangspunkt nach Bach.

    Beschreibung

    In neun Stationen - wird die Geschichte, das Leben und vor allem das künstlerische Wirken von Anna Stainer-Knittel aufgezeigt. Am Dorfplatz in Bach beginnt die kulturelle Spurensuche. Rund um die Lebensgeschichte dieser starken Frau, die viel mehr ist als die Kunstfigur "Geierwally" wird die Entwicklung des Lechtales aufbereitet. Beschrieben werden die wirtschaftlich schwierige Zeit, das Ringen um jeden Grashalm, bedingt durch die Realteilung, wonach der Besitz eines Bauern auf alle Nachkommen, Töchter wie Söhne, aufgeteilt wurde.

    So kam es auch, dass viele Männer als Bauhandwerker und Händler im Sommer im Ausland ihren Unterhalt verdienen und Kinder und Jugendliche als „Schwabenkinder“ für Unterkunft und Verpflegung schwer arbeiten mussten. Die einzige Beständigkeit boten nur die Frauen, die für Haus und Hof zuständig waren. Beim Hausbau stand über Jahrhunderte die Blockbauweise im Vordergrund, die auch bei den Infostationen angewendet wird. Ursprüngliche Blockbauten kann man auch bei der Station „Eckhöfe“ sehen.

    Die Wiesen präsentieren nicht nur die volle Blütenpracht an Blumen und Heilkräutern, sie bieten auch jene Artenviefalt, die Anna Stainer - Knittel in ihren späteren Schaffensjahren zu botanischen Studien, zu Blumenbildern und zum Dekorieren von Porzellangeschirr anregten. Bekannt wurden vor allem die von Blumen umrahmten Landschaften. Die Zuwanderung ins Lechtal erfolgte zumeist über die Jöcher, was auch aus alten Besitzrechten ersichtlich ist. Madau gehört zu Zams im Inntal, die Weide- und Almrechte liegen nach wie vor vielfach im Stanzertal. Das Almleben war sehr einsam und beschwerlich, die Hirten und Senner waren Selbstversorger, Besucher kamen selten. Der Kulturweg wird von den höchsten Erhebungen der Lechtaler Alpen umrahmt. Anna Stainer-Knittel beschreibt in ihren Aufzeichnungen, wie sie die Wetterspitze bestieg, aber auch, wie sie auf der Saxeralm eine Woche verbrachte, um ihre geliebten Berge zu malen.

    Beim „Wetterhäusl“ ist neben dem genau dort gemalten Bild ihre Biografie und ihr Stammbaum zu lesen. Auf der inzwischen verfallenen Seelealm im Parseiertal wird über die Jagd, die Holzbringung und den Tourismus berichtet. Die historischen Betrachtungen enden in Madau, dem Ort, der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch ganzjährig mit bis zu 60 Personen bewohnt war.